Madagaskar, die Insel der Baobabs, Chamäleons und Lemuren
Nach einem langen Flug über Istanbul und mit Zwischenlandung auf Mauritius sind wir gut in Antanarivo gelandet. Am Flughafen empfängt uns unser Reisleiter Mindaisur, der durch sein Germanistikstudium in Tana, sehr gut Deutsch spricht. Weiter geht es durch die quirlige Hauptstadt ins Hotel. Am nächsten Morgen starten wir gleich gen Süden auf der Route National 7. Unser erster Halt ist in Ambatolampy, wo wir einen Handwerksbetrieb besichtigen, der aus recyceltem Aluminium Kochutensilien herstellt. Weiter geht es nach Ansirabe in dessen Nähe wir am nächsten Morgen eine kleine Wanderung durch Felder mit Weizen und Erbsen machen und eine Bauernfamilie in ihrem Haus besuchen. Nach dem Picknick am Kratersee geht es zurück nach Ansirabe zur Stadtbesichtigung mit Fahrradrikschas. Wie fast in jeder Stadt ist auch hier die französische koloniale Vergangenheit durch die Avenue de la Independance, einen Bahnhof und mindestens eine Kirche sichtbar.
Am nächsten Tag fahren wir weiter gen Süden nach Ambositra und besichtigen dort eine Holzhandwerkerstätte. Unser Tagesziel ist der Ranomafano NP. Dort gehen wir abends gleich auf die Pirsch, um nachtaktive Tiere wie den Mausmaki zu beobachten und natürlich auch die faszinierenden Chamäleons. Tags darauf unternehmen wir eine mehrstündige Wanderung im NP. Der Bambuslemur hat sich leider in einer Astgabel hinter Bambusblättern versteckt und lässt sich mit seinen Knopfaugen mehr erahnen als sehen. Doch ein Ringelschwanzmungo kreuzt unseren Weg und mehrere Rotstirnbraunlemuren hüpfen durch die Bäume. Abends erreichen wir Fianarantsoa dessen Oberstadt wir besichtigen. Zu sehen sind mehrere Kirchen und alte traditionelle Häuser. Weiter gen Süden erreichen wir Abavao wo wir die Herstellung von handgeschöpftem Papier und Seide anschauen. Noch weiter südlich befindet sich das private Anjareservat. Hier können wir die munteren Kattas beobachten, die auf Bäumen herumturnen und auch gerne Tomaten stibitzen. Auch hier entdecken wir Chamäleons und ein Führer füttert eines, damit wir seine lange Zunge sehen können. Weiter geht es durch die Grassavanne bis ins Isalogebirge mit seinen imposanten Granitfelsen. Bei der Wanderung im Isalo NP können wir Höhlen in den Felsen sehen, in denen das Volk der Bara seine Toten bestattet. Zuerst geht es nach oben zu einem Aussichtspunkt und später in eine Schlucht mit zwei Wasserfällen und Naturpools. Einige Mutige baden sogar im kalten Wasser. Beim Hotel können wir noch einen weiteren Spaziergang durch die zerklüftete Landschaft machen.
Der nächste Tag führt uns weiter gen Süden nach Ilakaka, einer Stadt in der heute noch mit einfachen Mitteln im Tagebau Saphire gefördert werden. Danach fahren wir noch weiter in den Zombitse NP. Dieser ist ein Trockenlaubwald und wir können den Couavogel und die tanzenden Lemuren aus der Nähe beobachten. Auf einer Straße, die mehr aus Löchern als aus Asphalt besteht, erreichen wir auf einer mehrstündigen Fahrt im Dunkeln unser Hotel in den Dünen von Ifathy. Unsere Bungalows liegen direkt am Meer und am nächsten Morgen können wir beim Strandspaziergang relaxen, den Fischern in ihren Pirogen zusehen und auch im 24° warmen Wasser der Straße von Mosambik baden. Einige Kollegen nehmen ein Boot, um Buckelwale zu beobachten. Nachmittags geht es gemeinsam in den Reniala NP. Besonders ein 600-jähriger Baobab mit riesigem Stammumfang fasziniert uns sehr. Abends genießen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang am Meer.
Auch den nächsten Morgen können wir am Strand gestalten und am Nachmittag geht es ins Arboretum, wo viele endemische Pflanzen wie die Bismarckpalme, der Kompassbaum und der Baum der Reisenden zu sehen sind. Ebenso mehrere Tiere wie die Sunsnake, die Strahlenschildkröte und mehrere Kattas. Nach einem Halt am Hafen von Tulear geht es zum Flughafen, um zurück nach Tana zu fliegen. Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Norden zur Besichtigung des Königshügels von Amohimanga. Der Palast und die Stätten waren bis 1794 Sitz der Könige des Merinastammes. Zurück in Tana besichtigen wir noch die Kathedrale und später bummeln wir vom Bahnhof entlang der Avenue de la Independance bis zum Markt. Am letzten Tag unserer Reise haben wir die Möglichkeit, das Fotomuseum zu besuchen. Anhand von Schwarz-Weiß-Fotos können sowohl Traditionen und Bräuche als auch berühmte Persönlichkeiten aus Madagaskar besser kennengelernt werden. Danach heißt es Abschied nehmen von dieser schönen Insel mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck...